Winfried Hassemer, geboren am 17. Februar 1940 in Gau-Algesheim/Rhein, studierte von 1959 bis 1963 Rechts- wissenschaft in Heidelberg, Genf und Saarbrücken. 1972 habilitierte er sich für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechts- philosophie und Rechtssoziologie an der Ludwig- Maximilians-Universität in München mit dem Thema "Theorie und Soziologie des Verbrechens. Ansätze zu einer praxisorientierten Rechtsgutslehre."
Seit 1973 lehrt er als Professor für Rechtstheorie, Rechtssoziologie, Strafrecht und Strafverfahrensrecht an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main.
Von 1991 bis 1996 war Hassemer in der Nachfolge Spiros Simitis der Landesbeauftragte für den Datenschutz des Landes Hessen. Im Mai 1996 wurde er als Richter in den Zweiten Senat des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe berufen. Von April 2002 bis Mai 2008 war Hassemer Vorsitzender des Zweiten Senats und Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts.
Prof. Hassemer genießt als Strafrechtswissenschaftler einen hervorragenden, auch internationalen Ruf. Er erhielt die Ehrendoktorwürde durch die Aristoteles-Universität Thessaloniki (1998), die Bundesuniversität Rio de Janeiro (2001), die Universität Lusíada Lissabon (2004) und die Universität Pablo de Olavide Sevilla (2005). Zudem wurde er 2005 zum Honorarprofessor der Renmin University of China ernannt.
Im Jahre 2008 erhielt Winfried Hassemer das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland mit Stern und Schulterband und wurde mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille, der höchsten Auszeichnung des Landes Hessen geehrt.